Reisebericht unserer achttägigen Korsika-Motorradreise im Juni 2025 – und warum du 2026 unbedingt mitfahren solltest
Der Himmel über dem Gotthard ist klar, die Luft frisch. Die Motoren brummen, Helme klacken, ein letzter Blick in die Runde – fünf Motorräder, vier Gäste und ein Guide, eine gemeinsame Mission: Korsika. Es ist der 6. Juni 2025, und schon an der Raststätte liegt dieses besondere Kribbeln in der Luft. Das Kribbeln, das man spürt, wenn eine neue Tour beginnt, wenn die Strasse ruft. Wir rollen los. Über den Gotthardpass in Richtung Italien. Richtung Meer. Richtung Abenteuer.
Aufbruch in Savona – zwischen Pasta und Vorfreude
Die Fahrt nach Savona ist wie ein Vorspiel: Autobahnkilometer, Sonne, Wind und das Bewusstsein, dass am Ende des Tages ein neues Kapitel wartet. Bevor wir an Bord der Mega Express der Reederei Corsica Ferries gehen, gönnen wir uns ein Abendessen in der Stadt – Pasta, Salat, Gelächter. Die Gruppe ist klein, aber fein. Man spürt sofort: Das wird gut.
Als wir später auf das gelb-blaue Schiff rollen, ist die Sonne gerade im Untergehen begriffen. Die Motorräder stehen fest verzurrt, wir lehnen am Geländer, der Himmel glüht orange über dem Mittelmeer. Langsam verschwindet die italienische Küste am Horizont. Vor uns: eine Insel, die man „Insel der Schönheit“ nennt – und das völlig zu Recht.
Willkommen auf Korsika – das Cap Corse ruft
Bastia begrüsst uns mit strahlend blauem Himmel und dem Geruch von Salz und Kaffee. Ein erster Espresso in einem Café in Hafennähe, ein tiefer Atemzug – und dann ab aufs Bike. Unser Abenteuer beginnt.
Die Küstenstrasse rund um das Cap Corse ist ein Traum aus Asphalt und Aussicht. Enge Kurven, steile Klippen, türkisblaues Meer tief unter uns. Immer wieder blitzen kleine Buchten auf, wie Edelsteine im Felsen versteckt. In Erbalunga halten wir kurz an – ein Kaffee, ein Lächeln, ein Schulterklopfen. Alle spüren, dass dies kein gewöhnlicher Tag ist.
Weiter geht’s über den Col de la Serra, wo die Landschaft rauer wird, windgepeitscht, einsam. Wir halten an, schweigend. Nur der Wind, das Meer und das Gefühl von unendlicher Weite.
Über die legendäre D81, dieser Traumstrasse voller Kurven, führt uns der Weg bis nach Calvi. Wir tanken noch einmal voll, bevor wir unser Hotel beziehen – direkt am Meer.
Die Zimmer? Eine Offenbarung: Balkon, Blick auf die Bucht, der Duft von Salz in der Luft. Später, beim Abendessen am Hafen, glitzern die Lichter der Yachten auf dem Wasser. Ein Glas Wein, das leise Klirren der Gläser, das Summen der Stadt. Es fühlt sich nach Ankommen an.
Kurvenrausch und Bergluft – der Col de Vergio
Am nächsten Morgen ist die Welt noch still, als wir die Motoren wieder starten.
Die Strasse führt uns entlang der wilden Westküste – rau, kurvig, spektakulär. In Porto zweigen wir ab und nehmen Kurs auf den Col de Vergio, den höchsten Strassenpass Korsikas.
Kurve um Kurve schrauben wir uns hinauf. Der Asphalt wechselt zwischen glatt und ungestüm, die Vegetation zwischen Pinienwald und Fels. Oben angekommen, schweigt die Gruppe.
Der Blick ist gewaltig – Täler, Gipfel, endlose Horizonte. Freiheit in Reinform.
Auf dem Rückweg biegen wir ins Haut-Asco-Tal ein, eine Sackgasse mitten in den Bergen. Am Ende der Strasse liegt die Talstation eines Skigebiets Haut-Asco – menschenleer, friedlich, fast mystisch.
Abends kehren wir nach Calvi zurück, die Sonne im Gesicht, den Kopf voller Bilder.
Rote Felsen, blaues Meer – Korsikas Herz zeigt sich
Es ist, als ob Korsika an diesem Tag seine Seele zeigt.
Die Strasse windet sich durch die Calanches, rote Granitfelsen, die in der Sonne glühen. Jede Kurve ein Postkartenmotiv, jede Aussicht ein kleines Wunder.
Wir fahren mit offenem Visier, lassen die warme Luft ins Gesicht und das Meer zu unseren Füssen. Kein Foto kann einfangen, was man hier fühlt – das muss man erleben.
Am Nachmittag erreichen wir Porticcio, unser zweites Basislager. Das Hotel liegt auf einer Anhöhe, mit 360 Grad Blick auf die umliegenden Berge, Pool und Terrasse mit Panorama.
Einige springen sofort ins Wasser, andere lassen sich einfach in die Liegestühle fallen und geniessen diesen Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint.
Der Abend bringt ein kulinarisches Highlight: Ein kleines Restaurant mit Gartenwirtschaft, kaum Gäste, dafür exzellente Küche. Sternenhimmel, Stimmen, Gelächter – das Leben kann so einfach schön sein.
Ein Tag voller Pässe – und Emotionen
Heute ist Pässefahren pur angesagt. Der Col de Scalella, der Col de Vizzavona, der Col de Sorba, der Col de Verde – eine Achterbahn aus Asphalt und Panorama.
Die Strassen sind schmal, die Kurven eng, der Asphalt fordert – genau das, was wir lieben.
Zwischendurch halten wir an kleinen Cafés, plaudern, lachen. Jeder fährt sein Tempo, jeder findet seinen Rhythmus. Hier zeigt sich, was unsere Motorradreisen ausmacht. Mal sportlich zügig, mal genussvoll gemütlich – es geht um das gemeinsame Erleben.
Am Abend kehren wir erschöpft, aber glücklich nach Porticcio zurück. Das Bier am Pool schmeckt wie eine Belohnung nach einem langen, grossartigen Tag.
Der Süden ruft – Bonifacio und der letzte Sonnenaufgang
Die letzte Etappe auf Korsika führt uns nach Bonifacio, die Stadt auf den schroffen Klippen im Süden der Insel. Die Strasse dorthin ist ein Rausch aus Kurven und Gerüchen – Macchia, Meer, Sonne.
Unser Resort liegt inmitten grüner Hügel, Bungalows, Pool, Ruhe. Wir springen ins Wasser, stossen an, geniessen den letzten Abend auf dieser faszinierenden Insel.
Früh am nächsten Morgen starten wir Richtung Fähre – die Sonne geht gerade auf, als wir die Motoren starten. Der Himmel brennt in Gold und Rosa. Es ist still. Nur das Brummen der Bikes und das Gefühl, Teil von etwas Grossem zu sein.
Zurück aufs Festland – und in die Realität
Die Rückfahrt mit der Fähre verläuft entspannt. Die Sonne scheint, der Pool auf Deck ist geöffnet, die Bars sind belebt. Einige dösen in ihren Kabinen, andere lassen sich auf dem Oberdeck die Sonne ins Gesicht scheinen.
In Savona erwartet uns ein komfortables Viersterne-Hotel. Ein letztes gemeinsames Abendessen, eine Pizzeria, viel Lachen – und dieses bittersüsse Gefühl, wenn man weiss, dass etwas Schönes zu Ende geht.
Am nächsten Morgen die Heimfahrt: Richtung Mailand, viel Verkehr, volle Konzentration. In Chiasso verabschieden wir uns offiziell. Einige fahren noch ein Stück gemeinsam weiter, andere allein. Was bleibt, sind Geschichten, Momente und Freundschaften, die über die Tour hinaus Bestand haben.
Ein Fazit mit Weitblick – und Vorfreude auf 2026
Unsere erste geführte Motorradreise auf Korsika war mehr als nur eine Tour – sie war ein Erlebnis der Extraklasse! Traumhafte Strassen, perfekte Hotels, grandioses Wetter – und eine Gruppe, die trotz unterschiedlicher Fahrstile ihren gemeinsamen Rhythmus gefunden hat.
Genau das macht unsere Motorradreisen so besonders:
Kleine Gruppen, individuelle Freiheit, gemeinsames Erleben. Jeder kann sein Tempo finden, jeder seinen Stil herausfinden. Und wir als Guides lernen mit jeder Tour, noch besser zu planen, zu führen und zu gestalten.
Die Erkenntnis aus 2025:
- Eine Nachtfähre für den Rückweg wäre ideal – mehr Zeit auf der Insel, weniger Transferstress.
- Es wäre auch toll, wenn wir als Gruppe die Autobahnzahlstellen ohne Warten und auf der Telepass-Spur passieren könnten.
Für 2026 ist das bereits umgesetzt. Die Daten sind so gewählt, dass wir mit einer Nachtfähre zurückfahren können und für das Zahlstellenproblem ist eine komfortable Lösung gefunden!
Die nächste Korsika-Tour wird länger, ausgereifter, noch intensiver und ohne Warten an den Autobahnzahlstellen.
Korsika 2026 – bist du dabei?
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